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Impuls 7: "Gott ist schwach um meinetwegen"

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Es ist eigentlich eine ganz verrückte Sache zu glauben, dass der allmächtige Gott ein schwacher, begrenzter Mensch wird. Keine einzige Religion hat dies je nur gewagt zu denken. Zwar kommt es in den griechischen Sagen immer wieder vor, dass Götter mit einem menschlichen Scheinleib auf die Erde zu den Menschen gehen. Es ist aber undenkbar, dass ein Gott ganz und gar Mensch wird mit all den Konsequenzen von Leid und Tod.
Nur die Christen glauben in der Tat, dass Gott sich so weit hinab lässt, dass er sogar von den Menschen geächtet und getötet werden kann. Die Sache wird noch verrückter: Christus, Gottes Sohn, geht so weit, dass gar Christen Schwierigkeiten bekommen, das Abstruse zu glauben. Es genügt Gott nicht, dass er Mensch wird. Er will uns zur Speise werden: "Ich bin das Brot des Lebens."
Gott wird schwach um meinetwillen, weil ich so wertvoll bin in seinen Augen – egal wie ich oder andere mich ansehen. Er nimmt mich ernst so wie ich bin und akzeptiert meine Begrenztheiten und Schwächen. Ja, er macht die Schwäche (Tod am Kreuz) sogar zum Instrument der Erlösung. Wenn ich meine Schwäche eingestehe und vor Gott trage, mache ich diese ebenso zum Instrument der Erlösung (für mich und die anderen). Die Beichte ist der Ort, wo ich meine Schwäche in ein Instrument für das Gute wandeln lassen kann.
Der verrückte Gedanke, dass Gott schwach wird, damit wir stark seien, setzt sich in der Kirche und in der Eucharistie fort. Christi Leib ist hier gegenwärtig - zwar nicht als herrlicher Gott, sondern als schwacher und begrenzter. Das mag sehr tröstlich sein für jene, die fragen, wo Gott in all unserem Chaos ist.
Die Hl. Drei Könige haben im hilfsbedürftigen Säugling Gott erkannt. "Wir sind gekommen, um IHN anzubeten" heisst dann, "Ich habe erkannt, dass Gott schwach ist um meinetwillen. Ich komme, um IHN durch und in der Schwäche (meiner- oder andererseits) zu akzeptieren"
P. Cyrill Bürgi, Kloster Einsiedeln
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