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17. Weltjugendtreffen Toronto 2002


Begrüssungsworte bei der Eröffnungsfeier

Liebe junge Freunde!

1. Ihr seid von jedem Kontinent aus nach Toronto gekommen, um den Weltjugendtag zu feiern. Meine freudigen und innigen Grüsse an Euch! Ich habe mich sehr auf dieses Treffen gefreut, besonders nachdem ich im Vatikan aus allen Teilen der Welt Tag für Tag gute Neuigkeiten über alle Schritte gehört habe, die Eure Reise nach hierher geprägt haben. Und oft habe ich, sogar ohne dass ich Euch getroffen habe, jeden einzelnen von Euch in meinen Gebeten Gott anvertraut. Er hat Euch schon immer gekannt, und er liebt jeden von Euch persönlich. Mit brüderlicher Liebe grüsse ich die Kardinäle und Bischöfe, die mit Euch hier sind; insbesonders Bischof Jacques Berthelet, Präsident der Konferenz der katholischen Bischöfe Kanadas, Kardinal Aloysius Ambrozic, Erzbischof dieser Stadt und Kardinal James Francis Stafford, Präsident des päpstlichen Laienrates. Zu jedem von Euch sage ich: Möge der Kontakt mit Euren Priestern Euch helfen, die Schönheit der Kirche, erfahren als Missionskommunion, zu entdecken und nach und nach mehr zu würdigen.

2. Indem wir der langen Liste der Länder, aus denen Ihr kommt, zugehört haben, haben wir eine Reise um die Welt gemacht. Hinter jedem von Euch habe ich flüchtig die Gesichter aller Eurer jungen Kameraden gesehen, die ich während meiner apostolischen Reisen getroffen habe und die Ihr hier in gewisser Weise repräsentiert. Ich habe mir Euch auf einer Reise vorgestellt, auf dem Weg im Schatten des Jubiläumskreuzes, auf dieser grossartigen Wallfahrt der Jugend, die, sich von Kontinent zu Kontinent bewegend, begierig darauf ist, die ganze Welt in einer engen Umarmung des Glaubens und der Hoffnung zu halten. Heute macht diese Wallfahrt hier Halt, an den Ufern des Lake Ontario. Wir werden an einen anderen See erinnert, den See von Tiberias, an dessen Ufern Jesus, der Herr, seinen ersten Jüngern, von denen manche wahrscheinlich so jung wie Ihr waren, einen faszinierenden Vorschlag machte (siehe Joh, 1:35-42). Der Papst, der Euch von ganzem Herzen liebt, ist von weit hergekommen, um wieder mit Euch Jesu Worte zu hören. So wie dies der Fall für die Jünger vor langer Zeit war, können diese Worte die Herzen der jungen Menschen in Flammen setzen und ihre ganzen Leben motivieren. Ich lade Euch also ein, die vielfältigen Aktivitäten dieses Weltjugendtages, der gerade beginnt, zu einer besonderen Zeit zu machen, wenn jeder von Euch aufmerksam auf den Herrn hört, mit einem bereitwilligen und grosszügigen Herzen, um das "Salz der Erde und Licht der Welt" (siehe Mt 5:13-16) zu werden.

Worte des Heiligen Vaters

Liebe junge Menschen!

1. Was wir gerade gehört haben, ist die Magna Carta der Christenheit: Die Seligpreisungen. Wir haben wieder einmal mit den Augen unseres Herzens gesehen, was zu dieser Zeit geschehen ist. Eine Menschenmenge versammelt sich auf dem Berg um Jesus: Männer und Frauen, junge Menschen und ältere Leute, die Gesunden und die Schwachen, die aus Galiläa kamen, aber auch aus Jerusalem, aus Judäa, aus den Städten Dekapolis, aus Tyrus und Sidon. Jeder von ihnen gespannt auf ein Wort, eine Geste, die ihnen Trost und Hoffnung geben wird. Auch wir sind hier versammelt, an diesem Abend, um dem Herrn aufmerksam zuzuhören. Er sieht Euch mit Zuneigung an: Ihr kommt aus den verschiedenen Regionen Kanadas, den Vereinigten Staaten, aus Zentral- und Südamerika, aus Europa, aus Afrika, aus Ozeanien. Ich habe Eure festlichen Stimmen gehört, Eure Rufe, Eure Lieder und ich habe die tiefe Sehnsucht gefühlt, die in Euren Herzen schlägt: Ihr möchtet glücklich sein! Liebe junge Menschen, vielfältig und verlockend sind die Stimmen, die von allen Seiten nach Euch rufen: Viele von diesen Stimmen sprechen zu Euch über eine Freude, die man mit Geld haben kann, mit Erfolg, mit Macht. Meistens bringen sie eine Freude, die mit dem oberflächlichen und vergänglichem Vergnügen der Sinne kommt.

2. Liebe Freunde, der betagte Papst, reich an Jahren, aber noch jung im Herzen, beantwortet Euer jugendliches Verlangen nach Glück mit Worten, die nicht seine eigenen sind. Es sind Worte, die vor zweitausend Jahren erklangen. Worte, die wir heute Abend wieder gehört haben: "Gesegnet sind sie..." Das Schlüsselwort in Jesu Lehren ist eine Verkündigung der Freude. "Gesegnet sind sie..." Menschen sind für das Glück gemacht. Euer Durst nach Glück ist also richtig. Christus hat die Antwort für diesen Wunsch Eurerseits. Aber er verlangt von Euch, ihm zu vertrauen. Wahre Freude ist ein Sieg, etwas, das man nicht ohne einen langen und schwierigen Kampf bekommen kann. Christus bewahrt das Geheimnis dieses Sieges. Ihr wisst, was vorher kam. Es wird in dem Buch Genesis gesagt: Gott schuf Mann und Frau in einem Paradies, Eden, weil er wollte, dass sie glücklich sind. Leider ruinierte die Sünde seine anfänglichen Pläne. Aber Gott fand sich nicht mit dieser Niederlage ab. Er sandte seinen Sohn in die Welt, um uns eine noch schönere Vorstellung des Himmels zu geben. Gott wurde Mensch - die Väter der Kirche erzählen uns davon - sodass Männer und Frauen Gott werden können. Dies ist der entscheidende Wendepunkt, durch die Menschwerdung in die menschliche Geschichte gebracht.

3. Über welchen Kampf sprechen wir? Christus selbst gibt uns die Antwort. "Er war Gott gleich", schrieb der Heilige Paulus, er "hielt aber nicht daran fest, wie Gott zu sein, sondern entäusserte sich und wurde ein Sklave... er erniedrigte sich und wurde gehorsam bis zum Tod" (Phil 2:6-8). Es war ein Kampf bis zum Tod. Christus kämpfte diese Schlacht nicht für sich selbst, sondern für uns. Durch seinen Tod ging das Leben weiter. Das Grab auf dem Kalvarienberg wurde die Wiege der neuen Menschheit auf ihrer Reise zu wahrem Glück. Die Bergpredigt zeichnet die Karte dieser Reise. Die acht Seligpreisungen sind die Strassenschilder, die den Weg weisen. Es ist ein steiler Weg, aber er ist ihn vor uns gegangen. Eines Tages sagte er: "Wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis umhergehen" (Joh 8:12). Und zu einem anderen Zeitpunkt fügte er hinzu: "Dies habe ich euch gesagt, damit meine Freude in euch ist und damit eure Freude vollkommen wird" (Joh 15:11). Dadurch, dass wir mit Christus gehen, können wir Freude erreichen, wahre Freude! Genau aus diesem Grund wiederholt er heute für Euch die Verkündigung der Freude: "Gesegnet sind sie..." Jetzt, da wir dabei sind, das glorreiche Kreuz, das Kreuz, das junge Menschen auf den Fahrbahnen der Welt begleitet hat, zu begrüssen, lasst dieses tröstende und anspruchsvolle Wort in der Stille Eurer Herzen widerhallen: "Gesgnet sind sie..."

4. Versammelt um das Kreuz des Herrn, sehen wir zu ihm: Jesus beschränkte sich nicht darauf, die Seligpreisungen zu verkünden, er lebte sie! Von neuem auf sein Leben schauend, noch einmal das Evangelium lesend, staunen wir: Der Ärmste der Armen, der Bescheidenste unter den Bescheidenen, der Mensch mit dem reinsten und gnädigsten Herzen ist kein anderer als Jesus. Die Seligpreisungen sind nichts anderes als die Beschreibung eines Gesichts, seines Gesichts! Zur gleichen Zeit beschreiben die Seligpreisungen, wie ein Christ sein sollte: Sie sind die Porträts der Jünger Jesu, die Bilder derer, die das Reich Gottes akzeptiert haben und die ihr Leben in Einklang mit den Anforderungen des Evangeliums leben möchten. Zu ihnen spricht Jesus und nennt sie "gesegnet". Die Freude, von den Seligsprechungen versprochen, ist eine grosse Freude von Jesus selbst: eine Freude, gesucht und gefunden in der Gehorsamkeit zum Vater und indem wir uns selbst anderen schenken.

5. Junge Menschen aus Kanada, Amerika und aus allen Teilen der Welt! Dadurch, dass Ihr auf Jesus schaut, werdet Ihr lernen, was es heisst, arm im Geiste, bescheiden und barmherzig zu sein; was es heisst, Gerechtigkeit zu suchen, im Herzen rein zu sein, Friedensstifter zu sein. Mit Eurem Blick fest auf ihn gerichtet, werdet Ihr den Pfad der Vergebung und der Versöhnung in einer Welt finden, die oftmals durch Gewalt und Terror verwüstet wird. Letztes Jahr sahen wir mit dramatischer Klarheit das tragische Gesicht der menschlichen Bosheit. Wir sahen, was passiert, wenn Hass, Sünde und Tod das Kommando übernehmen. Aber heute hallt Jesu Stimme inmitten unserer Versammlung wider. Seine ist eine Stimme des Lebens, der Hoffnung, der Vergebung; eine Stimme der Gerechtigkeit und des Friedens. Lasst uns seiner Stimme zuhören!

6. Liebe Freunde, die heutige Kirche schaut mit Vertrauen auf Euch und erwartet von Euch, die Menschen der Seligpreisungen zu sein. Gesegnet seid Ihr, wenn Ihr, wie Jesus, arm im Geiste seid, gut und barmherzig; wenn Ihr wirklich nach dem sucht, was gerecht und richtig ist; wenn Ihr rein im Herzen seid, Friedensstifter, wenn Ihr die Armen liebt und Ihre Diener seid. Gesegnet seid Ihr! Jesus allein ist der wahre Meister, nur Jesus spricht die unveränderliche Botschaft, die auf die tiefsten Sehnsüchte des menschlichen Herzens antwortet, da er allein weiss, "was in jedem Menschen ist" (siehe Joh, 2:25). Heute ruft er Euch auf, das Salz und das Licht der Welt zu sein, Güte zu wählen, in Gerechtigkeit zu leben, Instrumente der Liebe und des Friedens zu werden. Sein Ruf hat immer eine Wahl zwischen gut und böse erfordert, zwischen Licht und Finsternis, zwischen Leben und Tod. Heute gibt er die gleiche Einladung an Euch weiter, die Ihr am Ufer des Lake Ontario versammelt seid.

7. Welchem Ruf werden die, die am frühen Morgen Wache halten, folgen? An Jesus zu glauben heisst, zu akzeptieren, was er sagt, sogar wenn es gegensätzlich zu dem ist, was andere sagen. Es bedeutet, die Verlockungen der Sünde abzulehnen, wie reizvoll sie auch immer sein mögen, um sich auf den schwiergigen Weg der Tugenden des Evangeliums zu begeben. Junge Menschen, die Ihr mir zuhört, antwortet dem Herrn mit starken und grosszügigen Herzen! Er zählt auf Euch. Vergesst niemals: Christus braucht Euch, um seinen Plan der Erlösung auszuführen! Christus braucht Eure Jugendlichkeit und Euren grosszügigen Enthusiasmus, um seine Verkündigung der Freude in dem neuen Jahrtausend widerhallen zu lassen. Antwortet auf seinen Ruf, indem Ihr Eure Leben unter seinen Dienst an Euren Brüdern und Schwestern stellt! Vertraut Christus, weil er Euch vertraut.

8. Herr Jesus Christus, verkünde wieder einmal die Seligpreisungen in der Gegenwart dieser jungen Menschen, die sich in Toronto für den Weltjugendtag versammelt haben. Schau mit Liebe auf sie und höre ihren jungen Herzen zu, die bereit sind, ihre Zukunft in Deinem Sinne zu leben. Du hast sie gerufen, "Salz der Erde und Licht der Welt" zu sein. Höre nicht auf, sie die Wahrheit und die Schönheit der Vision zu lehren, die Du auf dem Berg verkündet hast. Mache sie zu Frauen und Männern der Seligpreisungen! Lass das Licht Deiner Weisheit auf sie scheinen, sodass sie in Wort und Tat das Licht und das Salz des Evangeliums in der Welt verbreiten. Mach ihr ganzes Leben zu einer hellen Reflektion Deiner selbst, der Du das wahre Licht bist, das in diese Welt kam, sodass, wer auch immer an Dich glaubt, nicht sterben wird, sondern das ewige Leben haben wird (Siehe Joh, 3:16)!